Eine 70-jährige Mutter sucht ihren Sohn auf, um ihn um Geld für Essen zu bitten. Der Sohn gibt ihr lediglich einen Sack Reis und schickt sie kühl weg…

 


Es war früher Abend, und ein leichter Nieselregen fiel. Mrs. Turner ging langsam den Feldweg entlang und stützte sich schwer auf ihren Stock. Über ihrer Schulter hing ein alter, verblichener Stoffbeutel mit ein paar Papieren und etwas Geld – kaum genug für ein Stück Brot.

Sie war siebzig Jahre alt. Ihre Beine zitterten bei jedem Schritt, aber an diesem Tag hatte sie sich entschieden – sie musste gehen. Sie musste ihren Sohn Daniel sehen, das Kind, das sie mit all ihrer Liebe und Aufopferung großgezogen hatte.

Zu Hause gab es seit Tagen nichts mehr zu essen. Der Hunger hatte sie völlig entkräftet. Ihr blieb nichts anderes übrig, als ihren Sohn um etwas Hilfe zu bitten.

Daniel besaß nun einen Eisenwarenladen. Er lebte komfortabel – ein großes Haus, ein schönes Auto, alles, was man sich wünschen konnte. Mrs. Turner war überzeugt, dass er, egal wie beschäftigt er war, seine eigene Mutter niemals hungern lassen würde.

Als sie ankam, blieb sie vor dem hohen Eisentor stehen und klingelte. Ein scharfes „Ting-Ting“ hallte wider. Nach einem Augenblick öffnete sich die Tür. Eine junge Frau – Daniels Frau – musterte sie von oben bis unten, bevor sie mit distanzierter Stimme sprach:

„Schwiegermutter, was machst du denn hier?“

Frau Turner lächelte schwach, ihre Stimme zitterte.

„Lieber… ich bin gekommen, um dich zu sehen… und ich wollte Daniel um einen kleinen Gefallen bitten…“

Die junge Frau drehte sich um, ohne zu antworten, und ging hinein, um ihn anzurufen. Einen Augenblick später erschien Daniel, das Handy noch in der Hand, ordentlich gekleidet.

„Mama, was ist los? Ich bin total im Stress.“

Frau Turner senkte den Blick und sprach leise.

„Mein Sohn… es gibt nichts mehr zu essen zu Hause… Ich dachte, ich könnte mir vielleicht etwas Geld leihen… Ich zahle es dir später zurück…“

Daniel runzelte die Stirn und atmete tief durch.

„Mama… mir geht es im Moment auch finanziell nicht so gut. Mein ganzes Geld steckt im Geschäft. Du solltest jetzt nach Hause gehen – wir sprechen später.“

Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

„Mein Sohn, auch nur ein bisschen… damit ich essen kann…“

Daniel warf seiner Frau einen Blick zu und sagte dann schnell, als wolle er das Gespräch beenden:

„Okay, nimm diesen Sack Reis. Ich habe im Moment wirklich kein Bargeld. Ich schicke dir später welches.“

Er ging zum Auto, holte einen kleinen Sack Reis heraus und reichte ihn ihr. Dann führte seine Frau sie sanft, aber bestimmt zum Tor.

„Du solltest gehen. Es wird stärker regnen.“

Frau Turner senkte den Kopf, drückte den Reis fest an ihre Brust und versuchte, die Tränen zu verbergen, die ihr über die Wangen liefen. Das eiserne Tor schloss sich hinter ihr und ließ sie allein im Regen zurück.

Auf dem Heimweg machte sie ihrem Sohn keine Vorwürfe. Stattdessen versuchte sie, sich selbst zu trösten.

„Vielleicht hat er es wirklich schwer… Wenigstens hat er mir Reis gegeben… das ist ja schon mal etwas…“

Als sie nach Hause kam, stellte sie die Tasche auf den Tisch. Ihr Magen knurrte vor Hunger, und sie dachte sofort daran, etwas zu kochen.

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